So fing alles an

Schwarzwald 2017
Schwarzwald 2017

2009

In New Mexiko, genauer in Cloudcraft entdeckte ich einen Seifenladen.

Ich öffnete die Ladentür und ein herrlicher Duft strömte mir entgegen. So etwas Wunderbares habe ich noch nie im meinem Leben gerochen, ich war sofort verzaubert. Genau von diesem Augenblick an hat mich der Wunsch nach einem eigenen Seifenladen nicht mehr losgelassen.

2010 bis 2011

Wie es so oft geht im Leben, kommt manches anders als man denkt.

Ende 2009 wurde die Firma, in der ich als Buchhalterin und Personalverantwortliche angestellt war vom deutschen Mutterhaus übernommen und allen Mitarbeitern wurde gekündigt, also auch mir.

 

Mein Traum vom eigenen Seifenladen konnte ich also vergessen, jetzt war erstmal viel wichtiger einen neuen Job zu finden.

Bis ich dann wieder eingearbeitet war, war auch das 2010 verstrichen und noch immer hatte ich diesen unvergesslichen Duft in der Nase, doch die Umstände waren ungünstig und mir fehlte der Mut.

2012

Am 26. März 2012 stand plötzlich die Polizei vor meiner Haustür und teilte mir mit, dass mein 24-jähriger Sohn Dominic tödlich verunglückt sei. 

2014

2 Jahre sind vergangen…. Viel hat sich verändert.

Meinen Job habe ich wieder gekündigt und mich selbständig gemacht. Nein, leider immer noch keinen Seifenladen, ein Treuhandbüro.

Seit 2 Jahren sind unten im Haus die Möbel meines Sohnes immer noch so, wie er sie verlassen hat. Ich wusste aber, irgendwann muss ich loslassen und wegräumen. Es duftete immer noch nach seinem Parfüm. Manchmal tat es weh und manchmal war ich ihm sehr nah. Ich wollte einfach seinen Duft nicht verlieren, wusste aber, eines Tages ist er weg.

Wieso nicht in seinen Räumen einen Seifenladen? Es wird zwar nicht mehr sein Duft sein, aber Duften würde es dann für immer. Der Gedanke liess mich nicht mehr los.

 

Hier in Les Prés d’Orvin gelten eigene Gesetzte, ich darf hier nichts produzieren, also musste ich jemanden finden, der mir eine Seife, genau nach meinen Vorstellungen siedet.

Es muss eine natürliche Seife sein, ohne chemische Zusatzstoffe, ohne Tierversuche, einfach ohne alles, was ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte.

 

Es gibt so viele Seifensiederinnen, doch keine Seife hat mich so richtig begeistert bis ich dann auf die Richtige gestossen bin. Sie ist mit Leib und Seele Seifensiederin und hat meine Vorstellungen von einer guten Seife weit übertroffen. Lesen Sie unten «Über die Seifensiederin»

 

Am 10. November 2014, genau an meinem 50. Geburtstag war es soweit, ich eröffnete, meinen Seifenladen in Les Prés d’Orvin und zur gleichen Zeit den Internetshop.

 

Die Möbel meines Sohnes wegzuräumen hat sehr viel Kraft gebraucht, aber dieser Prozess war wichtig. Ich habe nach vorne geschaut, mir meinen Traum erfüllt. Ich bin mir ganz sicher: Das ist im Sinne meines Sohnes Dominic.

2017

Mein Seifenladen und mein Internetshop haben einen neuen Glanz:

Im Oktober und November 2017 habe ich meinen Seifenshop und mein Lädeli umgestaltet. Es sind weitere Produkte, wie der Floricus, Diffuser und Duftkerzen dazugekommen. Alles hat mit wunderbaren Düften zu tun die der Seele einfach nur gut tun.  

 


Über die Seifensiederin

Von Geburt an plagten mich unzählige Allergien und eine Neurodermitis. Über den Leidensweg, der damals begann, brauche ich sicher nichts zu erzählen. Wasch- und Pflege-Produkte "von der Stange" haben mich sprichwörtlich gemartert. Daher griff ich bereits im Alter eines Teenagers gezwungenermassen zu verschiedenen Ölen, Rosenwasser und noch vielen anderen Naturprodukten und mixte selbst. Bis die Rezepte so gut waren, dass ich eines Tages frei von Neurodermitis und Allergien war und dies heute noch bin.

Aufgewachsen in Asien, insbesondere die Jahre in Indien waren prägend für meine Haltung zu natürlichen Heilmethoden. Das Wissen der Inder über natürliche Heilweisen geniesst hohes Ansehen. Es wurde zum festen Bestandteil meiner Arbeit. Es legte den Grundstein für das anhaltende Interesse an allen alternativen Heilmethoden von Aromatherapie, über Hildegard von Bingen, bis zur Kräuterheilkunde. All diese Erfahrungen fliessen ein in die Komposition der Seifen.

Eine fundierte technische Ausbildung in Deutschland legte den Grundstein für systematisches, analytisches, ergebnisorientiertes Denken. Zusatzqualifikationen im Bereich Ernährung, Gesundheit und Mentaltraining sensibilisierten mich für die Nöte und Bedürfnisse meiner Mitmenschen. Diese Mischung eines breiten Wissensspektrums und Jahrzehnte lange Erfahrung fliesst in meine Seifenkompositionen mit ein. 

Der Schritt von Pflegeprodukten zu handgesiedeten Seifen war ein kleiner und wichtiger. Cremes und Lotion sind nicht sehr kreativ. Es kommt auf den Inhalt an, optisch gibt es da wenige Möglichkeiten. So kamen die Seifchen dazu: pflegend, duftend und bunt. Sie merken, Seifensiederin ist schon ein anspruchsvoller Beruf, aber in erster Linie ist es eine Berufung, eine Leidenschaft. 

Mein Wunsch ist es, den Menschen Freude zu bereiten mit kleinen Alltäglichkeiten, und ihnen zu zeigen, das auch Selbstverständliches, wie eine schlichte Seife, schön sein kann.